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> ABBILD > Fotoaktion der Likoni Ferry Fotografen im Rahmen der Ausstellung


20. 10. 2001 – 4.11. 2001
(während der Ausstellungsöffnungszeiten)


Die Fotografen Sammy N. Njugunda, Boniface Wandera und der Hintergrundmaler Samuel Chakua sind für drei Wochen nach Graz eingeladen, um im Landesmuseum Joanneum ein afrikanisches Fotostudio aufzubauen. Die Besucher der Ausstellung haben die Möglichkeit, gegen ein geringes Entgelt die authentische und unkonventionelle, afrikanische Portätfotografie kennen zu lernen.

Die Likoni Ferry Fotografen aus Kenia bestehen aus einer losen Gruppe von ca. 35 jungen KünstlerInnen, die seit 1995 provisorische Fotostudios am Stadtrand von Mombasa aufgebaut haben. Die zumeist aus der Provinz zugereisten, ihre Tätigkeit als illegale "GrundbesetzerInnen" ausführenden "Selfmade-(Wo)Men" haben mit ihren zumeist amateurhaft erworbenen Kenntnissen ein substanzielles Netzwerk mit vielfältigen Kontakten zu Konsumenten und Studios errichtet, und so ein zumindest vorübergehendes existenzsicherndes Sprungbrett zur urbanen Welt gefunden.

Vor leuchtend farbigen Kulissen, in festlichen und schwülstig überladenen Dekors porträtieren die als Arbeitsmigranten lebenden Künstler Ihre Kundschaft. Die Porträtfotografien der Likoni Ferry Fotografen unterliegen nicht demselben Realitätsgebot wie bei uns, denn bemalte Dekors und Leinwände mit futuristischen Stadtkulissen verweisen darauf, dass Illusionskunst hier stärker gefragt ist als bloße Wiederspiegelung der Realität. Die illusionistische und surrealistische Leichtigkeit dieser Arbeiten ist auch eine Möglichkeit, für kurze Zeit über die Sorgen des Alltags hinwegzuhelfen.
Diese Art der Fotografie, die vom europäischen Betrachter zumeist als naiv empfunden wird, ist in Afrika ein wesentliches und erwünschtes Merkmal des gemalten wie des fotografischen Porträts und schafft so auch für die Konsumenten – meist ebenso Fremdarbeiter wie sie – Möglichkeiten einer Illusionserzeugung: Das in immer utopischer Umgebung und meist im Umfeld von Festlichkeiten aufgenommene und an die Daheimgebliebenen übermittelte Foto des Migranten soll als zugkräftige Demonstration für dessen Erfolg im Ausland / in der Hauptstadt dienen. Sozusagen das Foto als Kompensation für die Abwesenheit des Migranten. (Roland Barthes: Eine Fotogafie ist die überzeugende Präsenz des Objekts in seiner unerbittlichen Absenz).

Um diese Art der authentischen Porträtfotografie auch in Graz bekannt zu machen, werden drei kenianische Fotografen für eine Foto-Aktion nach Österreich eingeladen.
Im Rahmen der Ausstellung ABBILD werden die Fotografen Sammy N. Njugunda, Boniface Wandera und der Hintergrundmaler Samuel Chakua für drei Wochen nach Graz eingeladen, um im Landesmuseum Joanneum im Rahmen der Ausstellung "ABBILD. Recent portraiture and depiction" ein afrikanisches Fotostudio aufzubauen.

Die Besucher der Ausstellung haben die Möglichkeit, gegen ein geringes Entgelt die authentische und unkonventionelle, afrikanische Portätfotografie kennen zu lernen.


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