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> Gerhard Rühm > Gerhard Rühm: VISUELLE MUSIK


"in den leseliedern artikuliert sich meine gesamtkünstlerische arbeit auf besonders schlüssige weise: zeichnung, poesie und musik (wenn hier auch nur als musikalische notation) durchdringen einander aufs engste und bilden eine 'höhere' einheit. die leselieder als eigenständige ausprägung meiner visuellen musik sollen – analog zur visuellen poesie – ausschliesslich mit den augen wahrgenommen werden und nur im 'inneren ohr', synoptisch, vage akustische vorstellungen wecken. die vorgegebenen notenlinien suggerieren dabei, dem zeichenprozess konform, einen zeitlichen verlauf, eine 'lese'-richtung.
gegenüber den leseliedern lassen sich die liederbilder aufgrund der konventionellen notation ziemlich genau erklingend vorstellen. die eingeblendeten bilder suggerieren durch die sie umgebenden notenwerte so etwas wie zeitliche längen – durch gefühlsmässige übersetzung der breite in die den notenzeilen entsprechende dauer. unsere wahrnehmung funktioniert nach dem prinzip der collage; sie montiert segmente zu mustern, die sich als bilder anbieten. was unbegrenzt da ist, löst sie – die wahrnehmung – zeitlich in handlungsketten auf. wir bewegen uns mit unseren sinnen an fensterzeilen entlang und 'collagieren' fragmentarisch erhaschtes zu gestalthaftem. insofern versinnbildlichen die liederbilder in gewisser weise auch die mechanik unseres wahrnehmungsapparates selbst."


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