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> Gerhard Rühm > wiegenlied für schlaflose nächte


das vierhändige klavierstück "wiegenlied für schlaflose nächte" (1988) basiert auf einem komprimierten textabschnitt über das einschlafen aus einem fachbuch, das die physiologischen und psychologischen grundlagen von "schlaf und traum" zum thema hat. dieser text, durch eine laut-ton-zuordnungsreihe in musik transformiert, ist dem spieler des unteren tastaturbereichs zugewiesen, während der spieler im oberen bereich die umsetzung des wortes "schlafen", gleichsam als beschwörungsformel, in periodischer wiederholung hinzufügt. dadurch dass die sechs phoneme des wortes "schlafen" einer ganztonfolge zugeordnet sind, gewinnen diese einwürfe einen entspannt schwebenden charakter, der schliesslich auch den unteren klavierpart affiziert. Im codaartigen schlussteil rücken die den übrigen phonemen zugewiesenen halbtöne in das "ganzton-bett" des "schlafens", in dem das stück harmonisch ausklingt.
die optophone fassung erweitert das klavierstück durch die projektion von zwölf dias, deren letztes "hängenbleibt" und stufenweise bis zur unkenntlichkeit verblasst. es handelt sich dabei um dokumentarisches fotomaterial aus aktuellen illustrierten, das die sanfte rede der musik emotional konterkariert, bis die brisanz des optischen der suggestiven beharrlichkeit des klanglichen endlich erliegt.

Gerhard Rühm


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