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Tänzchen mit Duchamp
Kunst-Aktionen beim "steirischen herbst"

Tanzwut vor der Kunsthaus-Baustelle: vor dem Eisernen Haus steht Yuri Leiderman auf einer improvisierten Holzbühne, trinkt Weiß-wein, bewegt unentwegt die Beine zu einem treibenden, hebräischen Endlos-Song. In den Händen, die er gen Himmel streckt, hält er Bücher über Marcel Duchamp. Leidermans aufsehenerregende mehrstündige Performance "Duchamp, the Hasid" ist eine ironische Hommage an einen Heroen der Kunstgeschichte, zudem auch eine Studie über Inbrunst und Fanatismus.

"Never stop the action": unter diesem Titel lädt die Grazer Kunstinitiative "rotor" zu einer Begegnung mit Aktionskunst, die als "Gegengewicht zur internetgestützten Informationsgesellschaft" zu verstehen ist. Engagiertes Obdachlosenprojekt (P.A.R.A.S.I.T.E. Museum) oder Bauchtanz im Grenzbereich zwischen Halloween und Multikulti-Fete (Katrina Daschner): Aktionskunst weckt auf aus der Grazer Beschaulichkeit, ist eine Bereicherung für den im öffentlichen Raum leider kaum präsenten "steirischen herbst".

Im Studio der Neuen Galerie zeigt Martin Gostner, was er unter dem Begriff "Dicke Aura Heimat" versteht: zwei Sitzbänke und ein Tisch, allesamt mit Panier überzogen. Otto Mühl hatte weiland sein Gesäß paniert, Gostner treibt mit Alltagsgegenständen sein Spiel mit rotweißroter Backhendlmentalität. Titel der Ver- und Enthüllungsstrategie: "All I see I Cover".

Martin Behr

erschienen in:
Salzburger Nachrichten, 25.10.2001
www.salzburg.com

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