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Kritischer Blick auf Utopien

"Genpool, Menschenpark, Freizeitkörper": "herbst"-Symposion zum brisanten Thema Gentechnologie. Im Blickfeld: Chancen und Gefahren.

Berichte über Forschungsergebnisse in der Gentechnologie verstärken uralte Träume von der Verbesserung des Menschen: Vermeidung von Zufällen der Vererbung, längere Lebenserwartung und die Ausschaltung von Krankheiten scheinen möglich. Dabei wird nicht nur das Bild einer harmlosen Designerbiologie, sondern unterschwellig auch das Versprechen einer Sozialhygiene auf dem neuesten Stand der Technik transportiert.

So beschreibt Theo Steiner die Ausgangssituation des von ihm konzipierten Symposions "Genpool, Menschenpark, Freizeitkörper", bei dem 25 Fachleute kontroversielle Meinungen referieren. Kritiker bezweifeln, dass die Reparatur von Defekten möglich ist, und befürchten stattdessen die Abtreibung "defekter" Embryonen als Problemlösung.

Behindertenvertreter sehen durch Machbarkeitsfantasien auch eine Gesellschaft auf sich zukommen, die keine Abweichung von der Norm mehr verträgt. So behandelt die Soziologin Elisabeth Beck-Gernsheim in ihrem Eröffnungsreferat "Wer heilt, hat Recht?" sowohl Chancen als auch Nebenfolgen der Biotechnologie. Der Jurist Reinhard Merkel und der Humangenetiker Claus Bartram vertreten eine eher hoffnungsvolle Sicht, während der Bioethiker Christian Judith von einem "reduktionistischen Menschenbild als Voraussetzung zur Selektion" sprechen wird. Die amerikanischen Soziologinnen Barbara Katz Rothman und Dorothy Roberts untersuchen zudem den Einfluss der Gentechnologie auf rassistisches Denken.

Elisabeth Schutz

erschienen in:
Kleine Zeitung, 11.10.2001
www.kleinezeitung.at

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