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ANZEICHEN: Wertsysteme

Der 11. September 2001 hat Auswirkungen im Großen und Kleinen. Eher Letzterem ist die Tatsache zuzuzählen, dass ein Gutteil der Exponate für die gestern im Grazer Künstlerhaus eröffnete Ausstellung "The Magic Hour" (siehe Bericht rechts) noch in den USA fest sitzt.

Der 11. September 2001 hat aber fraglos den Blick auf diese Ausstellung verändert. "Die Konvergenz von Kunst und Las Vegas" (so der Untertitel der Präsentation) - die sich vorher als weit gehend unschuldige und vergnügliche Begegnung mit der Metropole der "globalen Unterhaltungsgesellschaft" hätte absolvieren lassen - hat danach andere Bedeutung.

Denn auch Las Vegas steht für ein System, das vom Terror in Frage gestellt wurde. Die von den Ausstellungsmachern formulierte Sicht der Kunst-Stadt in der Wüste von Nevada als alle Kulturen vereinende und alle Kulturen gleich achtende Metropole ändert daran wenig. Denn, das führten die tragischen Ereignisse in aller Brutalität vor Augen: Es ist nicht alles gleich.

Die These der Schau, alles sei Kunst und Kunst damit nicht mehr notwendig, wird vor dem Hintergrund des 11. September noch fragwürdiger. So schrecklich es ist: Der 11. September verleiht der Ausstellung erst Gewicht.

Walter Titz

erschienen in:
Kleine Zeitung, 23. 9. 2001
http://www.kleinezeitung.at

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