[ programm ]


[ kalender ]



[ forum ]

[ tickets ]



[ steirischer herbst ]


[ info ]


[ homepage ]

[ suche ]




« zurück zur Liste

Die Rebellion des Subjektes: "steirischer herbst" 2001

Das Land Steiermark hat seine Subvention für den "steirischen herbst" kräftig aufgestockt, die Stadt Graz "ist nach wie vor ein guter Partner des Festivals", sagt "herbst"-Präsident Kurt Jungwirth; im Sinkflug befinde sich bedauerlicherweise die Subventionierung des Bundes (heuer wahrscheinlich bloß sechs Millionen Schilling) trotz der ständigen Bekenntnisse des Kunststaatssekretärs Franz Morak zur Förderung der zeitgenössischen Kunst, so Jungwirth sinngemäß. Der "steirische herbst" 2001 hat, verkündet "herbst"-Intendant Peter Oswald, die Überschrift "Gegen die Zumutungen an das Ich". Das Konzept des Festivals wende sich "gegen die Zwänge eines losgelassenen Turbokapitalismus. Gegen die Träume der Jünger des Virtuellen. Gegen die unbedachten Verheißungen der Biotechnologie. Gegen die Populismen des politischen Reduktionismus. Das Subjekt rebelliert", heißt es in einem Text zum Programm. Dieses wird am 4. Oktober im Grazer Bautechnikzentrum der Technischen Universität eröffnet: mit einer Rede des Wiener Dichters und Musikers Gerhard Rühm. Dieser ist im "herbst" auch mit einem Konzert, einer Lesung und einer Ausstellung sowie mit einem Chansonabend präsent. Im Bereich Sprechtheater gibt es Uraufführungen der Stücke "Ich ersehne die Alpen: So entstehen die Seen" des jungen Tirolers Klaus Händl und "Tintentod" des als Prosaautors bekannten Kärntners Josef Winkler. Das Grazer Theater im Bahnhof zeigt in einer Koproduktion mit dem KLARA-Theater Basel im Dom im Schlossberg ein "theatralisches Experiment zum Verhältnis von Individuum und Öffentlichkeit". Das große Ausstellungsprojekt "Abbild" im Landesmuseum Joanneum wird von Peter Pakesch (Grazer, Direktor der Kunsthalle Basel und auch im Gespräch als möglicher Leiter des Grazer Kunsthauses) kuratiert. Für das "hyperthrophe" Projekt "Gleich scheuen Hirschen in Wäldern versteckt zu leben" von Jörg Schlick wird ein Kunstdepot mit einem Stauraum von einer Million Kubikmetern geschaffen. Die Autorin Ilma Rakusa konzipiert das Literatursymposion "Am Anfang war der Laut.
Grenzgänge zwischen Literatur und Musik". Hannes Luxbacher, Andreas R. Peternell und Werner Schandor organisieren eine Börse, die statt mit Wertpapieren mit literarischen Texten handelt. Weiters geplant: Musiktheater von Beat Furrer, das Musikprotokoll, eine Hommage an Antonin Artaud, das Symposion "Genpool, Menschenpark, Freizeitkörper" und vieles mehr. (Info unter: 0 31 6/81 60 70, www.steirischerherbst.at)

Eva Schäffer

erschienen in:
Neue Zeit, 28. 4. 2001

« zurück zur Liste