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"steirischer herbst": Start mit Triple-A

Graz - Um die besten Startplätze im steirischen herbst 2001 gab es intern zuletzt ein kleines Gerangel. Doch nun herrscht wieder Frieden - und mit einem Triple-A (das bekanntlich für größte Bonität steht) beginnt Intendant Peter Oswald sein zweites Festival: Abbild - Aria - Artaud.

Die Ausstellung Abbild, die am 5. Oktober eröffnet werden soll, thematisiert die Darstellung des Menschen, die "in der Kunst der letzten Jahre erneut stark ins Blickfeld gerückt" worden sei. Kurator Peter Pakesch, Leiter der Kunsthalle Basel, präsentiert daher Künstler wie Gerhard Richter, Maria Lassnig und Martin Kippenberger, der die Kunst der letzten Jahre leider nicht mehr miterleben durfte.

Am Abend des gleichen Tages findet die Uraufführung von Beat Furrers Musiktheater Aria statt - allerdings nur konzertant: Die szenische Version (in einem Bühnenbild von Architektin Zaha Hadid) kann aufgrund einer derzeit noch fehlenden Spielstätte erst 2002 nachgereicht werden.

Und am 6. Oktober folgt in der Neuen Galerie die komplexe Retrospektive Hommage à Antonin Artaud, an der Cathrin Pichler bereits seit sechs Jahren arbeitet. Die vielschichtige Ausstellung setzt sich sowohl mit den revolutionären theoretischen Werken (Theater der Grausamkeit) als auch mit den Bildern und Filmen des französischen Künstlers auseinander.

Die eigentliche Eröffnung des Grazer Festivals am 4. Oktober im Bautechnikzentrum der TU (der herbst erkundet notgedrungen wieder einen neuen Ort) bestreitet mit einer Rede Gerhard Rühm, dem in den Wochen bis zum 4. November ein kleiner Schwerpunkt gewidmet wird: mit einer Uraufführung, einer Lesung, einer Ausstellung und einem Chansonabend.

Ein zweiter Schwerpunkt (zu dem auch Abbild zu zählen ist) setzt sich mit dem "Ich" auseinander. Das theoretische Unterfutter hierfür liefert ein Symposion (11. bis 14. 10.), zu dem Peter Sloterdijk nur das Stichwort liefern darf: Genpool, Menschenpark, Freizeitkörper. Zugesagt haben bisher u. a. Reinhard Merkel, Mark Hutchinson und Peter Strasser, auf der Wunschliste stehen zudem Namen wie Michel Houllebecq, Harry Mulisch und Botho Strauß.

Olga Neuwirth steuert wieder eine Uraufführung bei (Abenteuer in Sachen Haut nach Texten von Dylan Thomas), aus der Taufe gehoben werden zudem zwei Stücke: Tintentod von Josef Winkler und Ich ersehne die Alpen; So entstehen die Seen vom Händl Klaus. Für all das und noch mehr (Literatursymposion, Musikprotokoll, eine auf zwölf Locations verteilte örg-Schlick-Ausstellung) steht ein Budget von rund 50 Millionen Schilling zur Verfügung.
www.steirischerbst.at

Thomas Trenkler

erschienen in:
Der Standard, 28. 4. 2001
http://www.derstandard.at

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