[ programm ]


[ kalender ]



[ forum ]

[ tickets ]



[ steirischer herbst ]


[ info ]


[ homepage ]

[ suche ]




« zurück zur Liste

Rebellion des Egos
steirischer herbst 2001: Turbokapitalismus, Biotechnologie, Globalisierung als "Zumutungen an das Ego"

Graz - Der "steirische herbst 2001" steht unter dem Motto "Zumutungen an das Ich". Wie Intendant Peter Oswald erklärte, soll damit die Rebellion des Subjekts gegen verschiedenste Zeitströmungen zum Thema werden. Dazu wird es auch einen Kongress geben, so Oswald bei der Programmpräsentation am Donnerstag Abend in Graz. Die Eröffnungsrede wird Gerhard Rühm halten, der auch mit einigen Projekten vertreten sein wird. Für dieses Jahr hat der "herbst" ein Quartier bei der Technischen Universität gefunden, demnächst soll es aber eine eigene Halle geben.

Die "Zumutungen an das Ich" manifestieren sich laut Intendant Peter Oswald in vielerlei Gestalt: Turbokapitalismus, Biotechnologie, Globalisierung oder auch die Populismen des politischen Reduktionismus. Mit diesem Thema setzt sich verstärkt der Kongress mit dem Titel "Genpool, Menschenpark, Freizeitkörper" auseinander, der von Theo Steiner konzipiert wird.

3 Uraufführungen und Peter Pakesch und Cathrin Pichler als Kuratoren

Im Theaterbereich wird es drei Uraufführungen geben: "Ich ersehne die Alpen: So entstehen die Seen" von Händl Klaus, "Tintentod" von Josef Winkler sowie "Alle Jäger Danke", ein theatralisches Experiment zum Verhältnis von Individuum und Öffentlichkeit, erarbeitet vom Grazer Theater im Bahnhof und dem "Klara"-Theater Basel. Peter Pakesch kuratiert die Ausstellung "Abbild", bei der es um das Menschenbild in der Kunst geht. "Das menschliche Abbild hat in den letzten zehn Jahren wieder an Bedeutung gewonnen",
meinte Pakesch zu seiner Arbeit. "Hommage a Antonin Artaud" nennt sich die Schau, die Cathrin Pichler zusammenstellen wird. Sie beschäftigt sich ausführlich mit dem großen Theatervisionär und Künstler und zeigt Bilder, die bisher noch nie zu sehen waren.

Bald kein Notquartier mehr für den "herbst"?

Die großen Veranstaltungen werden in diesem Jahr in der neuen Experimentierhalle der Technischen Universität stattfinden. Geplant ist allerdings der Bau einer eigenen Halle, die zusammen mit "Graz Kulturhauptstadt 2003" und der styriarte genützt werden soll.

Budgetaufschwung

Beim Budget ist ein leichter Aufschwung zu verzeichnen: Das Land Steiermark bewilligte laut "herbst"-Präsident Kurt Jungwirth heuer um fünf Millionen Schilling mehr (bisher 15 Millionen Schilling), die Stadt Graz bleibt bei ihrem bisherigen Zuschuss (13 Millionen Schilling), und der Bund hat bisher sechs Millionen Schilling (2000: 7,8 Millionen) in Aussicht gestellt. Verdoppelt werden konnte auf Grund privater Sponsoren das Budget des "musikprotokolls" von 1,9 auf 3,8 Millionen Schilling. (APA)

erschienen in:
derStandard.at, 27. 4. 2001
http://derstandard.at

« zurück zur Liste